Stefan Beck über Medienarbeit: Konsequent und nachhaltig betrieben eine große Chance für jedes Unternehmen

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Stefan Beck: Erfolgreiche Medienarbeit

Stefan Beck: Erfolgreiche Medienarbeit

Was kann ich tun, damit mein Unternehmen oder meine Profession bei einem Redakteur auf Interesse stößt? Und vor allem: Wie kann ich mit Medienarbeit den Bekanntheitsgrad meines Betriebs steigern? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt des Innotreffs „Frühlings“ am 28. April.

Doch womit fängt man bei der Medienarbeit an? Was für andere Unternehmsbereiche wie den Vertrieb oder Logistik gilt, gilt auch hier: Ohne eine durchdachte Strategie, ohne Ziele und dem Wunsch nach einer guten Außenkommunikation gestaltet sich jeglicher Ansatz einer Medienarbeit schwierig und kompliziert. Bevor man sich an die Arbeit macht, sollte man wissen, welche Instrumente sich für die Außenkommunikation eignen.

Daher stellte Referent Stefan Beck zunächst die verschiedenen Formate von Pressetexten vor. Er erläuterte dabei die Vor- und Nachteile von Pressemitteilungen, Fachbeiträgen und Interviews. Dass die Pressemitteilung bislang das am häufigsten verwendete Instrument der Außenkommunikation ist – trotz Facebook und Whatsapp – erleben auch Redakteure in manchen Online- und Printmedien: Zwischen 500 und 600 Pressemitteilung erhält etwa die Wirtschaftsredaktion der Nürnberger Nachrichten pro Tag per Mail oder Fax. Da heißt es: Aussortieren!

Dort gelte es, die erste Hürde zu überspringen, meint Stefan Beck. Wie schaffe ich es, dass die eigene Pressemitteilung so viel Interesse weckt, dass der Redakteur diese nicht sogleich löscht? Das Motto heißt hier: Wer bereits in der Betreffzeile seiner Mail an die Redaktion keine Angaben zum Inhalt der Pressemitteilung macht und den Namen der Firma und die Ortsangabe nicht erwähnt, hat kaum noch eine Chance, dass seine Pressemitteilung Beachtung findet. Wer sich zudem im Mail-Anschreiben unverständlich äußert, hat alle Chancen verspielt. Hat man diese Hürde übersprungen, kommt es auf eine professionell geschriebene Pressemitteilung an. Dort trennt sich im ersten Absatz die Spreu vom Weizen.

Wer seine Botschaft in den ersten Zeilen nicht auf den Punkt bringt und die wichtigen W-Fragen – Wer macht was wann wo und warum? – nicht beantwortet, verliert Punkte beim Redakteur und fällt endgültig durch dessen Raster. Denn ein umständliches Suchen für den Journalisten nach den wichtigsten Fakten ist oft der endgültige K.O. bei einer Pressemitteilung.

Dass eine Pressemitteilung niemals umsonst geschrieben ist, sei oft vielen Unternehmen nicht bewusst, so Stefan Beck. Hat ein Redakteur die Presseinfo nicht veröffentlicht, kann man sehr wohl diese auch auf der eigenen Webseite veröffentlichen. Oder in Form einer Pressemappe. Die große Mehrzahl der Firmen erkenne hier nicht die große Chance, sich von den Mitbewerbern abzuheben, so der Referent. Denn eine Webseite, die aktuelle Infos über das eigene Unternehmen bietet, erleichtert dem Redakteur die Recherche – und weckt zudem das Interesse am Betrieb.

Auch wenn es eine Binsenweisheit ist: Ein guter, wenn möglich persönlicher Kontakt zur Redaktion und ein vertrauensvolles Verhältnis sind von unschätzbarem Vorteil. Umgekehrt gilt auch: Wer bewusst oder unabsichtlich falsche Informationen an die Medien versendet, um sich in ein gutes Licht zu stellen, macht sich unglaubwürdig und verspielt schnell jegliches Vertrauen.

Die Kernbotschaft an die Zuhörer lautete: Medienarbeit ist eine kontinuierliche Aufgabe und kann – richtig gemacht – ein wahrer Trumpf für jedes Unternehmen werden. „Ein größerer Bekanntheitsgrad, ein besseres Image, eine höhere Attraktivität als Arbeitgeber – all das kann sich wie ein Magnet in der Öffentlichkeit erweisen“, sagt Stefan Beck.

Medienarbeit als regelmäßiger „Job“ im Alltag – das ist auch die Meinung von langjährigen Journalisten wie etwa Klaus Wonneberger. Der Leiter der Wirtschaftsredaktion der Nürnberger Nachrichten meint: „Die Medienarbeit eines Unternehmens oder eines Vereins sollte nicht von Fall zu Fall wieder belebt werden und danach wieder einschlafen“. Eines ist aber auch klar: Wer sich langfristig für professionelle Medienarbeit entscheidet, sollte auch dies auch dann tun, wenn es mal „kriselt“. Und nicht nur dann, wenn es sprichwörtlich schönes Wetter gibt.

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